Vom Tanzen gegen Rechts und der Kunst der echten Umkehr
Wenn die Kameras angehen und das Scheinwerferlicht die großen Bühnen flutet, scheint die Welt der deutschen Prominenz einfach gestrickt zu sein. Da steht ein Udo Lindenberg, ein Campino oder eine Carolin Kebekus, und man übt sich in „Haltung“. Es wird „gegen Rechts“ getanzt, während man die andere Seite pauschal ausgrenzt. Doch während der Applaus der Gleichgesinnten sicher ist, stellt sich eine unbequeme Frage: Hat dieser medienwirksame Zirkus jemals auch nur einen einzigen Menschen mit radikaler Gesinnung zur Umkehr bewegt?
Die Maske der „Toleranz“ fällt oft schnell: Erst kürzlich entmenschlichte Herbert Grönemeyer bei einem Auftritt in Dortmund Millionen von Bürgern, indem er sie als „rechte Ratten“ bezeichnete, die wieder in ihren Löchern verschwinden müssten. Wer solche Begriffe wählt, betreibt keine Aufklärung – er betreibt Spaltung und nutzt die Sprache derer, die er zu bekämpfen vorgibt.
Der Tod des Punk und die Geburt der Staatskapellen
Was wir hier erleben, ist die Domestizierung des Protests. Bands, die früher für Rebellion standen, sind zu einer Art „Staatskapelle“ mutiert. Ob Die Ärzte, Die Toten Hosen (selbst wenn ich viele Lieder immer noch gerne höre), Jennifer Rostock oder ein Sebastian Krumbiegel – sie alle üben sich in bequemer Selbstzensur. Sie öffnen beflissentlich die „rechte Schublade“ für jeden, der nicht im Gleichschritt marschiert, und weigern sich standhaft, hinzuschauen, wer die wirklichen Totalitären unserer Zeit sind.
Wir brauchen wieder mehr echten, unbequemen Punkrock, der keine Angst vor dem Mainstream hat. Wir brauchen die Energie von BRDigung, Bums, Serum 114, Willkuer, Trabireiter, Weimar oder Eizbrand. Bands, die den Finger in die Wunde legen, anstatt sich für das nächste Bundesverdienstkreuz oder den nächsten Auftritt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fein zu machen. Echter Punk schreit gegen die Mächtigen – er tanzt nicht für sie.
Die Definition von „Rechts“ und die historische Wahrheit
Wir müssen tiefer graben, wenn wir über „Rechts“ sprechen. Die heutige politische Korrektheit wirft alles in einen Topf, was nicht links-grün-vogue ist. Doch schauen wir uns die Geschichte an: Waren die Nationalsozialisten wirklich „rechts“ im klassischen Sinne? Der Name sagt es uns bereits: Nationalsozialisten. Sie waren Sozialisten, die lediglich keinen internationalen Klassenkampf, sondern Sozialismus auf nationaler Ebene wollten (so wie es bereits die Vorgängerpartei der NSDAP, die DAP, proklamierte). Beide Ideologien entsprangen der gleichen Wurzel der Fremdbestimmung, des Kollektivismus und der Unterordnung des Einzelnen unter einen allmächtigen Staat.
Dass jede Form von totalitärer Ideologie – egal aus welcher Richtung – Gift für die Seele ist, hat die Südtiroler Band Frei.Wild in dem Song „Stalin und der Führer“ unmissverständlich auf den Punkt gebracht:
🎵 „Blau, braune, rote Falschgoldhändler / Mit längst vergiftetem Gehirn / Falsche Versprechen, falsche Wert-Fährten / Verlogenes ‚Geht alle unter oder folgt euer’m Herren‘ / Ihr alle schöpft aus gleichen Quellen / Zeigt euch im selben Kleid wie sie / Es ist die alte Propaganda / In Richtung altbekannter Endsiegfantasie / Auf all den Straßen der Geschichte liegt das ein und selbe Blut / Teile ein in Freund, in Gegner, in schlecht und gut / Alle Straßen der Geschichte wurden gebaut auf gleichem Stein / Erst Verbrecher, dann Verlierer / Ihr seid wie Stalin und der Führer.“
Die große Lebenslüge: Kontinuität statt Neuanfang
Während man uns heute erzählt, 1945 sei eine moralische „Stunde Null“ gewesen, war die Realität in der BRD oft ein nahtloser Übergang der Eliten. In der Operation Paperclip schleusten die USA hunderte NS-Wissenschaftler in ihre Programme. Der Geheimdienst wurde von Reinhard Gehlen aufgebaut, Hitlers früherem Chef der Abteilung Fremde Heere Ost. Seine Organisation Gehlen wurde zum Fundament des BND, und viele seiner alten Kameraden landeten direkt beim neu gegründeten CIA.
In der Justiz kehrten fast 90 % der ehemaligen NS-Richter und Staatsanwälte in ihre Ämter zurück. Auch in der Wirtschaft blieb die Macht in denselben Händen: Banken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank, Versicherungen wie die Allianz sowie Industrieriesen wie Bayer, BASF, Degussa oder VW florierten weiter, als sei nichts geschehen. Selbst die NPD konnte später nicht verboten werden, weil das Bundesverfassungsgericht feststellte, dass sie so massiv mit V-Leuten des Staates durchsetzt war, dass eine „Staatsfreiheit“ nicht mehr gegeben war. Wer in diesem Nebel nach Orientierung sucht, muss lernen, sich auf sich selbst zu verlassen, wie es die Böhsen Onkelz in „Finde die Wahrheit“ fordern:
🎵 „Ich rieche Angst / Ich rieche Korruption / Erlahmten Glauben / Resignation / Ich rieche eine kranke / Eine kranke müde Welt / Ich rieche Gier / Die Gier nach Geld, drum / Finde die Wahrheit / Hab keine Angst / Finde die Wahrheit / Solange du noch kannst / Denn die Wege sind lang / Und selbst der Tod ist nicht ihr Ende / Wach endlich auf / Reich mir die Hände.“
Ausgrenzung vs. Dialog: Die „Guten“ und ihre Intoleranz
In dieser Gemengelage werden Bands wie die erwähnten Böhsen Onkelz (ja, sie hatten eine „rechte“ Vergangenheit als Punks und Skins) oder Frei.Wild seit Jahrzehnten als Paria behandelt, obwohl sie mit ihren Texten vermutlich mehr Menschen „gerettet“ haben, als alle Staatsprogramme zusammen. Man verweigert den Dialog und fordert Auftrittsverbote. Philipp Burger (der einzige der Band der je mit „Rechts“ in Berührung kam), der musikalische Kopf von Frei.Wild sucht immer wieder den direkten Dialog, doch die Gegenseite weigert sich oft mit der Begründung, man rede nicht mit „Nazis“. Wie tolerant ist man wirklich, wenn man die Kommunikation abbricht und nicht akzeptieren kann, daß das Leben ein stetiger Wandel ist und somit auch Menschen sich wandeln? Die Schauspielerin und Sängerin Anna Loos fand dazu klare Worte, als sie Ausgrenzung als den falschen Weg bezeichnete, da sie Menschen nur noch tiefer in ihre Ecken treibt. Es geht darum, den Blick zu heben und sich nicht in den Schützengräben der Ideologien zu verlieren. Frei.Wild gibt hier in „Schau nach oben“ die Richtung vor:
🎵 „Verteufle keine Illusion / Menschen mit Weitsicht / Sie leben davon / Mit wachen Augen, niemals blind / Höre auf den Wind, der immer zu dir singt / Schau nach oben, schau nach oben / Die Sonne scheint auch noch für dich / Schau nach oben, schau nach oben / Wolken verdunkeln nicht nur dich / Lass die Flügel für dich schlagen / Flieg der Sonne hinterher / Schau nach oben / Entflieh dem tiefen, kalten Meer.“
Die Souveränität des Einzelnen und die innere Stärke
Wahre Souveränität bedeutet, die Macht über das eigene Leben zurückzugewinnen und sich von der Bevormundung durch Systeme zu lösen. Der Bandkopf der Onkelz, Stephan Weidner (Der W) hat diesen Weg der Eigenmacht in seinem Song „Du kannst es“ eindrucksvoll beschrieben:
🎵 „Wir gestalten die Welt / Zu jeder Zeit an jedem Ort / Ohne Angst vor dem Leben / Ohne Angst vor dem Tod / Regeln brechen / Sich alles abverlangen / Nach innen blicken / Und bei sich selbst anfangen / […] Heile dich selbst / Steh auf wenn Du fällst / Ja du kannst es, du kannst es, ich weiss du kannst es.“
Dass Veränderung möglich ist, zeigt der Film „Skin“ (2018) und die Arbeit von Menschen wie Stephan Weidner und dem Autor Cornelius Peltz, die fernab vom Rampenlicht 2008 das Projekt „Voice Vs. Violence“ ins Leben riefen, um Jugendlichen Gewaltpräventation zu vermitteln. Echte Hilfe bedeutet nicht mediale Hinrichtung, sondern die Begleitung bei der Rückkehr zur Menschlichkeit. Es ist die Entdeckung der eigenen Einzigartigkeit, die die Onkelz als „Das Wunder der Persönlichkeit“ besingen:
🎵 „Glaubst Du meinen Glauben / Sprichst Du meine Sprache / Trägst Du meine Kleidung / Glaubst Du alles was ich sage / Sei Dein eigener Meister / Dein eigener Jesus / Regiere Dich selbst / Es ist Dein ‚Ich‘, das Du seh’n mußt / Nimm nicht, was man Dir bietet / Werde erst Du selbst / Das ist das Wunder der Persönlichkeit / Das Wunder, das ‚Du‘ bist / Das Wunder, das wir alle sind / Du genau wie ich / Das ist das Wunder der Persönlichkeit / Das Wunder das „Du“ bist / Denn bevor man andere lieben kann / Liebe erstmal Dich, liebe erstmal Dich.“
Rückkehr zur Quelle: Das Göttliche vs. Die politische Kaste
Am Ende des Tages ist der Kampf gegen „Rechts“ oder „Links“ oft nur eine Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe: der inneren Einkehr. Wir leben in einer Zeit, in der eine politische Kaste und ihre medialen Adlatusse versuchen, sich selbst zum Gott zu erheben. Sie fordern absoluten Gehorsam gegenüber ihren wechselnden Narrativen und erzeugen dadurch nur Trennung – Trennung von unseren Mitmenschen und vor allem die Trennung von Gott.
Wahre Freiheit finden wir nicht in einer Ideologie, die uns vorschreibt, wen wir zu hassen haben. Wir finden sie in der Stille der eigenen Seele. Wer diese Mitte gefunden hat und mit Gott an seiner Seite geht, braucht keine Parolen und keine Führer mehr. Er entwickelt eine unerschütterliche Ruhe, wie sie Der W in „Der Berg bewegt sich nicht“ beschreibt:
🎵„Mein Herz ist größer als das Meer/ Ich leg die Rüstung ab und dann das Schwert/Ich verändere mein Spiegelbild / Bewusstsein ist das Tor, durch das ich gehen will / An der eigenen Brust genährt / Die Schöpfung, die sich selbst erfährt / Was mich erwartet, was die Zukunft bringt / Weiß ich, wenn ich mit mir im Reinen bin / Lass das äussere geschehen und konzentriere dich / Auf dein inneres – der Berg bewegt sich nicht / Der Berg bewegt sich nicht / Ich halt aus und bleib‘ bei mir.“
Man wird zum Berg, der sich nicht bewegt, während die Welt um ihn herum in inszenierter Empörung versinkt. Wahre Wandlung geschieht durch die Hinwendung zum Schöpferischen, weit abseits der gottlosen Spaltung durch die Politik.